Korfball ist, wie der Name schon sagt, ein Spiel, das mit einem Ball gespielt wird. Die Sportart ist รคhnlich wie Basketball oder Netzball: Es gibt zwei Mannschaften mit je acht Spielern, vier Frauen und vier Mรคnner. Das Ziel ist es, den Ball durch einen netzlosen Korb zu schieรen, der an einer 3,5 m hohen Stange befestigt ist.
Der Anfang
Erfunden hat den Sport der niederlรคndische Lehrer Nico Broekhuysen im Jahr 1902. Bis heute ist Korfball in den Niederlanden die beliebteste Sportart, mit fast 100.000 Korfballspielern und 500 Vereinen im Land. Aber er wird nicht nur in diesem Land gespielt. Auch in Belgien, Taiwan und weiteren 70 Lรคndern gibt es Korfball, sogar auf organisierter Ebene.
Wie ist es entstanden?
Zur Wende zum 19. Jahrhundert wurde Broekhuysen in die schwedische Stadt Nรครคs versetzt. Dort sollte er an einem Lehrgang teilnehmen, bei dem es darum ging, Kindern das Turnen beizubringen. In Schweden lernte er dann ein lokales Spiel namens โRingbollโ kennen, bei dem man Punkte sammelt, indem man den Ball durch einen Ring wirft, der an einer 3 m langen Stange befestigt ist. Sowohl Mรคnner als auch Frauen konnten mitspielen, sogar als Mitglieder derselben Mannschaft. Den Bereich auf dem Spielfeld, das in drei Zonen unterteilt war, durfte man jedoch nicht verlassen.
Als er in sein Heimatland zurรผckkehrte, beschloss Broekhuysen, dass auch seine Schรผler von einem solchen Spiel profitieren kรถnnten. Er nahm nur ein paar kleine รnderungen an den Regeln von Ringboll vor und ersetzte den Ring durch einen Korb. Das niederlรคndische Wort fรผr Korb ist โKorfโ, daher auch der Name. Er fand, dass man mit einem Korb einfacher sehen konnte, wann ein Tor erzielt wird.
Des Weiteren vereinfachte Broekhuysen die Regeln, damit die Kinder das Spiel leichter verstehen konnten. So ist Korfball entstanden. Obwohl die Grundidee dieselbe war wie beim Ringboll, wurde es zu einer neuen, eigenstรคndigen Sportart.
Quellen berichten, dass der erste gegrรผndete Korfballverein immer noch existiert. Der niederlรคndische Korfballverein H.K.C. ALO aus Den Haag hat sich in der Geschichte nie mit einem anderen Verein zusammengeschlossen. Er wurde im Jahr 1906 gegrรผndet.

Historische Momente
Die Sportart wurde sogar bei den Olympischen Sommerspielen 1920 und 1928 zu Demonstrationszwecken eingesetzt. Im Jahr 1933 wurde Antwerpen, Belgien, schlieรlich zum Sitz des Internationalen Korfballverbandes.
Korfball wird in knapp 70 Lรคndern gespielt. Dazu gehรถren China, die USA, England, Australien, Neuseeland, die Tschechische Republik, Schottland, Irland, Wales, die Slowakei, Polen, die Ukraine, Simbabwe, Indien, die Niederlande, Belgien, Nigeria, Marokko, Ghana, Russland, Deutschland, Taiwan, die Tรผrkei, Hongkong, Portugal, Pakista, Griechenland, Serbien, Sรผdafrika, Indien, Schweden, Ungarn, Spanien, Frankreich, Rumรคnien, die Philippinen, Indonesien und Italien.
Das erste Mal wurde Korfball bei den World Games im Jahr 1985 gespielt. Die ersten IKF Korfball-Weltmeisterschaften fanden sieben Jahre zuvor statt. Seitdem werden sie alle vier Jahre ausgetragen. Die Niederlande haben sie seit den 80er Jahren alle gewonnen.
2006 richtete Hongkong sein erstes Weltturnier aus, die IKF Asia Oceania Korfball Championship. Im Jahr 2007 fanden die IKF Asia Oceania Youth Korfball Championships in Neuseeland statt.
Spielregeln
Korfball wird im Herbst und Frรผhling im Freien und im Winter in einer Halle gespielt. Das Spielfeld ist 20 m ร 40 m groร und in Zonen unterteilt, die Hรคlften genannt werden. In jeder Hรคlfte gibt es einen 3,5 m hohen Pfosten mit einem Korb an der Spitze. Er befindet sich zwischen der Rรผckseite der Zone und der Mittellinie. Der Ball erinnert dabei an einen Fuรball. Er wiegt zwischen 445-475 Gramm, hat einen Umfang von 68,0-70,5 cm und eine Sprunghรถhe von 1,10-1,30 Meter, wenn er aus 1,8 m Hรถhe fallen gelassen wird. Der Durchmesser betrรคgt 21-22,45 cm.
Wie bereits erwรคhnt gibt es vier weibliche und vier mรคnnliche Spieler. Ein internationales Korfballspiel besteht in der Regel aus vier Zeitrรคumen oder zwei Halbzeiten. Die Dauer variiert je nach Wettbewerb. Bei einem Halbzeitspiel betrรคgt es knapp eine halbe Stunde und hat eine einminรผtige Pause zwischen den Spielabschnitten, die normalerweise 7-10 Minuten dauern. In der Halbzeit betrรคgt die Pause 5 oder 10 Minuten.
In jeder Zone gibt es vier Spieler pro Team. Man kann keinen Mann aus dem gegnerischen Team verteidigen, wenn man eine Frau ist und umgekehrt.

Eine Mannschaft wรคhlt zu Beginn des Spiels ihre Hรคlfte aus. Dort steht ihr Korb in ihrer Verteidigungszone. Punkte werden erzielt, indem der Ball durch den Korb der anderen Mannschaft geworfen wird. Die Mannschaften wechseln die Zonen, nachdem zwei Tore erzielt wurden. Die Verteidiger werden zu Angreifern und umgekehrt. Zwischen diesen Wechseln kรถnnen die Angreifer die Verteidigungszone nicht betreten. In der Halbzeit wechseln die Mannschaften die Zonen.
Kรถrperliche Stรคrke ist hier nicht bedeutend, weil die Regeln dies verhindern. Man darf nicht angreifen, blocken, den Ball treten oder einen anderen Spieler festhalten.
Wenn ein Spieler den Ball hat, darf er nicht damit laufen oder dribbeln. Er kann nur einen Fuร bewegen, solange der Fuร, auf dem er stand, als er den Ball gefangen hat, sich nicht bewegte. Um den Ball also zu bewegen, ist eine taktische und effiziente Teamarbeit erforderlich.
Zu guter Letzt darf man keinen Torversuch starten, solange man verteidigt wird. Das ist der Fall, wenn sich der Verteidiger zwischen dem Korb und dem Gegner befindet, eine Armlรคnge entfernt ist und versucht, zu blocken, oder dem Gegner gegenรผbersteht. Diese Regel schrรคnkt den Aspekt der Spielergrรถรe ein und ermutigt gleichzeitig zu schnellen Bewegungen.
