Die tschechische Nachwuchsspielerin Linda Noskova hat am Montag eine der beeindruckendsten Leistungen ihrer noch jungen Karriere abgeliefert. Von einem Doppelt-Break-Rückstand im dritten Satz kämpfte sie sich zurück und besiegte Coco Gauff mit 6:4, 1:6, 7:6(5). Damit steht die 21-Jährige im Viertelfinale der Mutua Madrid Open 2026.
Noskova, die zuvor noch nie eine Top-10-Spielerin auf Sand bezwungen hatte, bewies außergewöhnliche mentale Stärke. Nachdem sie zwischenzeitlich 10 von 12 Spielen verloren hatte und im dritten Satz mit 1:4 zurücklag, gab sie nicht auf. Im Tie-Break holte sie sieben der letzten neun Punkte und feierte ihren ersten Sieg gegen eine Top-10-Spielerin in dieser Saison.
„Ich weiß, dass das Match erst vorbei ist, wenn es wirklich vorbei ist“, sagte Noskova danach. „Auch bei 1:4 habe ich mir immer gesagt: Ich bin nah dran. Ich wollte einfach wieder meinen Rhythmus finden.“
Starker Start, dann Einbruch und große Aufholjagd
Noskova begann stark, dominierte die Grundlinie und gewann den ersten Satz mit 6:4 (11 Winner zu nur vier bei Gauff). Im zweiten Satz kippte die Partie jedoch komplett. Nach einem vergebenen Breakball zum 1:1 verlor sie fünf Spiele in Folge. Gauff spielte sich frei und gewann den Satz klar mit 6:1.
Auch der dritte Satz begann mit einem Rückstand für Noskova. Gauff führte schnell 4:1, rettete dabei sogar ein 0:40-Spiel. Doch die Tschechin schlug zurück, gewann vier Spiele hintereinander zum 5:5 und erzwang den Tie-Break.
Nervenstarker Tie-Break bringt den Upset
Im Tie-Break lag Gauff zunächst 3:0 vorn. Noskova blieb jedoch cool, drehte das Blatt und gewann sieben der nächsten neun Punkte. Nach 2 Stunden und 38 Minuten stand der größte Sieg ihrer Karriere auf Sand fest. Beide Spielerinnen kamen auf 30 Winner, Noskova unterliefen allerdings mehr Eigenfehler (40 zu 27). Ihr Aufschlag war im letzten Satz entscheidend – vier ihrer acht Asse landeten dort.
Der Erfolg ist ein weiterer Meilenstein für die 21-Jährige, die im Herbst das Finale in China und das Halbfinale in Indian Wells erreichte. Sie revanchierte sich damit für eine frühere Niederlage gegen Gauff und tankte viel Selbstvertrauen für die French Open.
Nächste Gegnerin: Marta Kostyuk
Im Viertelfinale trifft Noskova am Mittwoch auf die Ukrainerin Marta Kostyuk (gesetzt an Position 26). Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden. Mit einem Ruhetag dazwischen will die Tschechin mit derselben Kampfkraft in die Partie gehen.
„Ich habe den dritten Satz etwas zu sehr aus der Hand gegeben, aber ich bin froh, dass ich es noch gedreht habe“, sagte sie. „Gegen Kostyuk brauche ich komplett neue Taktiken. Ich werde mich erholen, trainieren und schauen, wie ich mich fühle.“
Ein starker Auftritt der jungen Tschechin, der zeigt, wozu sie auf Sand mental und spielerisch fähig ist.
