Italiens Sportminister Andrea Abodi hat eine klare Absage erteilt: Die Azzurri werden Iran nicht bei der WM 2026 ersetzen. Die Qualifikation müsse sportlich auf dem Platz entschieden werden. Die Aussage kommt, nachdem ein US-Sondergesandter von Präsident Donald Trump vorgeschlagen hatte, die viermaligen Weltmeister trotz verpasster Qualifikation einzuladen.
Der Vorschlag stammt von Paolo Zampolli, Sonderbeauftragter für globale Partnerschaften. Er hatte das Thema sowohl mit Trump als auch mit FIFA-Präsident Gianni Infantino besprochen. Zampolli sprach von einem „Traum“, Italien wieder auf US-amerikanischem Boden spielen zu sehen – mit Verweis auf die starke Historie und das Erreichen des Finales 1994 bei der letzten WM in den USA. Abodi blieb jedoch eindeutig.
„Eine mögliche Nach-Qualifikation Italiens für die WM 2026 ist erstens nicht möglich und zweitens nicht angemessen“, sagte er gegenüber Sky News. „Die Qualifikation erfolgt auf dem Platz. Ich weiß nicht, was da zuerst kommt.“
Geopolitische Spannungen überschatten Irans Teilnahme
Irans Platz im Turnier steht nach US- und israelischen Luftangriffen Ende Februar unter Beobachtung. Diese hatten zu iranischen Gegenangriffen auf Israel und US-Stützpunkte im Golf geführt. Iran soll die Gruppe G am 15. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland eröffnen. Bei einem Weiterkommen wären auch Achtelfinal-Duelle gegen die USA möglich.
Präsident Trump hat sich widersprüchlich geäußert und Iran einerseits als „willkommen“ bezeichnet, andererseits eine Teilnahme aus Sicherheitsgründen als „unangemessen“ infrage gestellt. Zwar wurde kürzlich eine Verlängerung der Waffenruhe bekannt gegeben, doch die Lage bleibt unsicher. FIFA-Präsident Gianni Infantino hat mehrfach betont, dass Iran „definitiv“ teilnehmen werde.
Enttäuschung in Italien und das Prinzip der sportlichen Leistung
Italien hat die WM-Qualifikation zum dritten Mal in Folge verpasst – zuletzt durch eine Play-off-Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina. Die Idee einer Wildcard findet in Italien selbst kaum Unterstützung. Offizielle Stellen betonen die Wichtigkeit der sportlichen Integrität.
Abodis klare Haltung spiegelt die breite Meinung wider, dass das Ändern qualifizierter Teilnehmer die Glaubwürdigkeit des Turniers untergraben würde – zumal die WM nur noch wenige Wochen entfernt ist. Zwar hat Zampolli auf die historische Bedeutung Italiens hingewiesen, doch die italienische Regierung zeigt kein Interesse daran, den Qualifikationsweg zu umgehen.
Aktuell bleibt Iran im Turnierplan. Die Teilnahme hängt jedoch weiter von der Sicherheitslage und diplomatischen Entwicklungen ab. Die FIFA hat sich bisher nicht zu möglichen Ersatzszenarien geäußert.
