Von 101 auf 105: Wie Musiala, Goretzka & Co. einen 54 Jahre alten Rekord pulverisierten

Bayern München hat sich tiefer in die Geschichtsbücher der Bundesliga eingeschrieben. Am 29. Spieltag demontierte die Mannschaft von Vincent Kompany den FC St. Pauli mit 5:0 im Millerntor-Stadion und erzielte dabei das 105. Saisontor in der Bundesliga 2025/26. Damit wurde der langjährige Rekord von 101 Toren aus der legendären Saison 1971/72 (mit Franz Beckenbauer und Gerd Müller) überboten.

Besonders beeindruckend ist der Kontext: Der Rekord fiel mitten in einer extrem anspruchsvollen Phase mit parallelen Wettbewerben. Bayern führt die Bundesliga mit 12 Punkten Vorsprung und fünf verbleibenden Spielen souverän an, ist gleichzeitig im Champions-League-Viertelfinale und im DFB-Pokal-Halbfinale vertreten. Der klare 5:0-Erfolg am Samstag kam aus einer stark rotierten Elf – ein Beweis für die beeindruckende Tiefe im Kader von Vincent Kompany.

 

Rotation ohne Qualitätsverlust

Kompany schonte mehrere Leistungsträger vor dem engen Terminplan. Toptorjäger Harry Kane blieb die kompletten 90 Minuten auf der Bank. Dayot Upamecano und Jonathan Tah wurden in der Abwehr nicht eingesetzt, Serge Gnabry und Youngster Lennart Karl fehlten verletzt. Auch Luis Díaz begann auf der Ersatzbank. Lediglich vier Spieler aus dem Mittwochs-Champions-League-Spiel gegen Real Madrid standen von Beginn an auf dem Platz.

Dennoch ließ die Qualität nie nach. Jamal Musiala brachte die Münchner in der 9. Minute per Kopfball in Führung und stellte damit den alten Rekord von 101 Toren ein. Leon Goretzka erzielte kurz nach der Pause per Volley das rekordbrechende 102. Tor. Michael Olise legte nur eine Minute später das 103. Tor nach, Nicolas Jackson traf zum 4:0 und der vielseitige Raphaël Guerreiro sorgte in der Schlussphase für das 105. Saisontor.

Musiala, der nach langer Verletzungspause noch nicht bei 100 % ist, zeigte eine herausragende Leistung und deutete seine Rückkehr in Topform an. Jackson bewies erneut, dass er ein starker Ersatz für Kane sein kann. Goretzka und Guerreiro unterstrichen die Qualität, die auch aus dem Mittelfeld und den Außenbahnen kommt.

 

Tiefe als ultimative Waffe

Kompany lobte nach dem Spiel die kollektive Mentalität und betonte, dass diese Mannschaft eine echte Torfabrik verkörpere. Er sprach mit Stolz über den Rekord, der über ein halbes Jahrhundert Bestand hatte, richtete den Blick aber sofort nach vorn: „Die Aufgabe ist noch lange nicht erledigt.“

Musiala unterstrich diese Haltung und bezeichnete den Moment als „historisch“ – ein Erfolg, auf den die gesamte Mannschaft stolz sein könne, solange sie die richtige Energie und Konzentration beibehalte.

Mit noch fünf Ligaspielen vor der Brust wächst Bayerns Torzahl weiter und liegt bereits weit vor dem zweitplatzierten Borussia Dortmund. Entscheidend ist jedoch die nahtlose Rotation: Wenn Stars wie Kane, Díaz oder Olise geschont werden müssen, treten hochkarätige Ersatzspieler ein, ohne dass die Leistung leidet.

 

Auf die verbleibenden Gegner wartet eine beängstigende Perspektive: eine Bayern-Mannschaft, die Rekorde bricht und dabei gleichzeitig Ressourcen intelligent über drei Wettbewerbe hinweg managt. Die Marke von 105 Toren ist nicht nur eine statistische Bestmarke – sie ist das Zeichen einer Mannschaft, die für anhaltende Dominanz und mehrere Titel gebaut ist.

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