Anastasia Potapova hat am Mittwoch Karolina Pliskova mit 6:1, 6:7(4), 6:3 besiegt und steht damit im Halbfinale der Mutua Madrid Open 2026. Die Weltranglisten-56. ist die erste Lucky Loser, die seit Einführung des aktuellen WTA-1000-Systems 1990 ins Halbfinale eines Turniers dieser Kategorie vorgedrungen ist.
Potapova hatte im letzten Quali-Runde gegen Sinja Kraus verloren, rückte aber als Lucky Loser ins Hauptfeld nach. Seitdem hat sie drei Siege in Folge gegen ehemalige Weltranglistenerste oder Grand-Slam-Siegerinnen eingefahren – darunter Jelena Ostapenko, Elena Rybakina und nun Karolina Pliskova.
Das Match dauerte 1 Stunde und 54 Minuten. Potapova dominierte den ersten Satz in nur 23 Minuten. Im zweiten Satz führte sie bereits mit 5:3 und hatte drei Matchbälle, verlor den Satz aber noch im Tie-Break, nachdem Pliskova stark zurückkam. Im dritten Satz lag sie mit 1:3 hinten, drehte die Partie dann aber mit fünf gewonnenen Spielen in Folge.
„Ich würde das für kein Geld der Welt hergeben. Genau das macht unseren Sport so schön. Man hat mir eine zweite Chance gegeben, und jetzt bin ich hier. Ich bin sprachlos, überglücklich – im Moment könnte nichts Besseres in meinem Leben passieren“, sagte Potapova im On-Court-Interview.
Mentale Wende dank starkem Support
Mitten im Match kämpfte Potapova sichtbar mit den Nerven und zeigte Frust. Zu Beginn des dritten Satzes kam ihr Freund, der ATP-Spieler Tallon Griekspoor, nach seinem Doppel-Match auf die Tribüne.
„Ehrlich gesagt war ich im dritten Satz mental etwas weggetreten. Ich habe in dem Moment nicht mehr an mich geglaubt. Aber – das sage ich jetzt zum ersten Mal – großer Respekt an meinen Freund, der genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist. Er hat mich genau im richtigen Moment gerettet“, so Potapova.
Griekspoor habe ihr gesagt, sie solle „die Klappe halten und endlich arbeiten“ und besser die Beine bewegen. Diese direkte Ansprache half. Ab dem Stand von 1:3 gab Potapova nur noch zwei Punkte ab und holte 16 der letzten 18 Punkte.
„Es war einfach eine kleine Explosion der Emotionen in mir. Ich konnte meine Nerven nicht kontrollieren, aber dieses Turnier gibt mir immer wieder zweite Chancen – und ich nutze sie“, erklärte sie weiter.
Nächste Gegnerin im Halbfinale
Die 25-Jährige trifft im Halbfinale auf die Siegerin der Partie zwischen Linda Noskova und Marta Kostyuk. Ihre historische Run in Madrid geht damit weiter.
Für Wettfreunde ist diese Geschichte besonders spannend: Eine Lucky Loser, die plötzlich Top-Form zeigt und ehemalige Grand-Slam-Champions nacheinander ausschaltet – das bietet immer wieder attraktive Value-Optionen auf Außenseiterinnen mit Momentum. Potapova beweist aktuell genau das, was auf Sand oft entscheidet: mentale Stärke und die Fähigkeit, Rückstände zu drehen.
