Borussia Mönchengladbachs Mannschaft hat sich fest hinter Kapitän Rocco Reitz gestellt, nachdem Auswärtsfans beim Bundesliga-Spiel in der Red Bull Arena am Samstag deutliche Kritik am bestätigten Sommerwechsel des Mittelfeldspielers zu RB Leipzig geäußert haben.
Der 23-jährige Eigengewächs, der in dieser Saison die Kapitänsbinde trägt, solange Stammkapitän Tim Kleindienst verletzungsbedingt ausfällt, sah sich sichtbaren Protesten aus dem Gästeblock ausgesetzt. Die Fans zeigten Banner, in denen sie die Entscheidung des 23-Jährigen kritisierten, für eine Ablöse von 20 Millionen Euro plus Boni zum sächsischen Klub zu wechseln. Reitz hat dort bis 2031 unterschrieben.
Cheftrainer Eugen Polanski hatte mit Kontroversen gerechnet, vertraute Reitz aber dennoch die Kapitänsrolle an. Nach dem Spiel räumte Polanski ein, dass die Fans das Recht hätten, ihre Enttäuschung zu zeigen, und meinte, Reitz müsse „mit seiner Entscheidung leben“. Die Mannschaft hingegen signalisierte uneingeschränkte Unterstützung und setzte auf Teamzusammenhalt – gerade jetzt, wo Gladbach weiter im Abstiegskampf steckt.
Mannschaftliche Geschlossenheit in schwieriger Saison
Torhüter und Man of the Match Moritz Nicolas machte die Haltung des Teams in der Mixed Zone deutlich: „Rocco ist unser Kapitän. Wir sind eine Mannschaft und halten zusammen. Ich hätte ihn gerne in Gladbach behalten, aber er hat seine Entscheidung getroffen und die müssen wir akzeptieren.“
Mittelfeldspieler Philipp Sander, der früher Holstein Kiel als Kapitän anführte, spielte das Thema herunter: „Für uns ist das kein Thema. Rocco ist clever genug, um zu wissen, dass so eine Entscheidung Gegenwind bringt. Wir als Team stehen hinter ihm, weil er uns auf dem Platz wichtig ist.“
Stürmer Haris Tabakovic unterstrich gegenüber DAZN den gemeinsamen Willen: „Solange Tim Kleindienst verletzt fehlt, bleibt Rocco unser Kapitän. Wir stehen alle zusammen, um den Abstiegskampf als Einheit anzugehen.“
Hintergrund: Rivalität und Abstiegsdruck
Die Proteste fanden vor dem Hintergrund einer klassischen Rivalitätsdynamik statt – viele Traditionalisten stehen RB Leipzig wegen seiner jungen Vereinsgeschichte und des Konzern-Hintergrunds skeptisch gegenüber. Gladbach belegt derzeit Platz 14 mit 30 Punkten aus 29 Spielen und negativem Torverhältnis. Jeder Punkt in den verbleibenden Partien hat im unteren Tabellendrittel enormes Gewicht.
Reitz, der seit über zehn Jahren im Verein ist und aus der Gladbach-Jugend kommt, war trotz des bevorstehenden Abschieds in dieser Saison eine wichtige Figur. Die öffentliche Rückendeckung der Teamkollegen zeigt klar die Trennung zwischen sportlicher Geschlossenheit auf dem Platz und der Stimmung unter den Fans. Während der Wechsel im Sommer feststeht, liegt der Fokus bei Polanskis Team jetzt voll auf den verbleibenden Spielen – wo der innere Zusammenhalt im Abstiegskampf entscheidend sein kann.
